Ich hasse Facebook-Umfragen, ja ich hasse sie wirklich. Okay, erst seit dem 20.07.11, aber seit dem Tag kann ich sie nicht ab und werde auch an keiner mehr teilnehmen, egal was es ist.
Aber wie kam es soweit? Mein heimischer Smoothie-Händler bat seine Kunden über seine Facebookseite doch mal sein Lieblings-Smoothie-Rezept zu posten und anschließend sollten alle Kunden über den besten Vorschlag abstimmen. Als habe ich schnell mein Rezept gepostet und mit meinem Vorschlag an der Abstimmung teilgenommen. Und es sah sehr gut für mein Rezept aus, schnell bekam ich von vielen Smoothie-Fans Stimmen und lag sofort vorne. Das blieb auch so, bis der letzte Tag der Abstimmung anfing und plötzlich mich ein Rezept überholte, was eigentlich weit hinter meinem war. Die einzige und logischste Erklärung dafür ist, dass dieses Rezept künstlich hochgepuscht würde durch die Freunde von dem der es eingereicht hatte. Und das geht ja sehr leicht, einmal auf Teilen geklickt, ein netter Text mit der Aufforderung seine Stimme für das richtige Produkt abzugeben und schon können all sein Freunde für ihn abstimmen und mich überholen. Obwohl sein Rezept nicht so gut ist und in einer repräsentativen Abstimmung gegen meins verloren hätte, hat er gewonnen, und dass nur weil er, mehr Leute mobilisieren könnte als ich. Fair ist das nicht und den Wunsch des Kunden spiegelt dieses Ergebnis bestimmt auch nicht wieder.
Ein weiteres Bespiel dieser Art ist die Posse mit dem „Bud Spencer Tunnel“. Die Stadt Gmünd hatte eine Abstimmung auf ihrer Webseite über den Namen des neuen Umgehungstunnels der Stadt. Ein Vorschlag war da der Name „Bud Spencer“ und durch aufpuschen durch Facebookseiten und die Medien gewann natürlich der der Bud Spencer Vorschlag. Daher war es von den Stadtvätern nur konsequent diesen Namen nicht zu nehmen, obwohl er gewonnen hat. Denn es ist fraglich ab die dortige Bevölkerung auch diesen Namen haben wollte, und nicht nur die BRD-Nerds und die Internet-Spaßgesellschaft.
Aber große Firmen sind mit diesen Internet und Facebook-Umfragen reingefallen. Wenn Kunden ein neues Produkt kreieren durften und anschließend darüber abgestimmt wurde, gewann meist das unsinnigste oder lustigste Kundenprodukt und nicht das Beste was den besten Absatz und den meisten Gewinn erwirtschaften würde. Und daher werden die Gewinner auch nie auf dem Markt gebracht.
Aber warum machen Unternehmen diese nicht marktrepräsentativen Umfragen, wenn sie eh kein vernünftiges Ergebnis bringen? Eigentlich ganz einfach. Die Umfrage ist nur Mittel zum Zweck um sein Unternehmen bekannter zu machen und Personen zu finden die auf ihrer Facebookseite auf „gefällt mir“ klicken. Es handelt sich bei diesen Umfragen nicht um Marktforschung, den die wird seriös betrieben, damit es auswertbar Ergebnis entstehen die für die Entwicklung des Unternehmens notwendig sind. Bei den Online-Umfragen handelt es sich nur um Marketing, als pure Werbung. Und das scheint sehr gut zu funktionieren, man macht einen Vorschlag für ein neues Produkt, teilt diesen bei Facebook mit seinen Freunden mit der Aufforderung für sich zustimmen und am Besten mit seinen Freunden weiter zu teilen. Ja und so verbreitet sich Umfrage, und ohne es zu ahnen wird man dazu gebracht Werbung für ein Unternehmen zu verbreiten und dies in seinem Freundeskreis. Und keiner denkt sich was dabei und macht munter mit. In die realen Welt übertragen, würden wir für diesen Zweck wohl an all unsere Freunde einen Brief schicken müssen, mit der der Bitte: „Schau dir doch mal das Unternehmen an, mir gefällt es! Ach ja und schicke diesen Brief bitte weiter an deinen Freunde.“ Man könnte daher auch diese Umfragen mit Kettenbriefen vergleichen die nur Werbung als Inhalt haben. Normalerweise würden solche Briefe sofort wegschmeißen und nicht noch weiter schicken.
Bei Facebook stört uns das nicht, und die Unternehmen haben eine riesen Erfolg damit. Stört es mich? Nein, die Firmen handeln eigentlich nur legitim, sie wollen sich nur bekannt machen und für sich werben und das gelingt ihnen damit sehr gut, und dagegen habe ich nichts. Ich werde aber trotzdem nicht mehr mit machen, denn was mich stört ist wenn ich und mein Facebook-Profil als Werbeträge missbraucht werden.