Mein neues Deo erinnert mich an die 90iger! Oder die Sinnhaftigkeit des Unnützen!


Irgendwie erinnert mich mein neues Deo an die 90iger Jahre, habe keine Ahnung wieso und warum! Es ist einfach so!
Aber warum teile ich diese nun wirklich unnütze Information, öffentlich mit? Es ist kein wirklich wichtiges Ereignis in meinem Leben, das für andere von belangen ist. Trotzdem habe ich jedes Mal das unwiderstehliche Bedürfnis es allen mitzuteilen und sofort bei Facebook oder nun auch Google+ zu posten, und damit dem Internet und wahrscheinlich ein Server in den USA sinnfreien Speicherplatz abzuverlangen. Okay, der gebraucht Speicherplatz für eine solche Nachricht ist gering. Aber hier macht es die Maße. Wieviel Strom wird täglich verschwendet, nur damit im Internet stehen kann: “Heute Morgen habe ich Brot mit Nutella gegessen. War ganz lecker.“ oder „Hinter meinem linken Ohr juckt es mich, werde mal daran kratzen.“(letztes habe ich gerade wirklich bei Facebook gepostet, auch wenn es nicht stimmt. Mal schauen was passiert).
Man könnte bestimmt einige Kraftwerke auf der Welt einsparen und damit die Umwelt schonen, wenn dieser private Datenmüll aus dem Netz verschwindet, und alle sich bei ihren Veröffentlichungen auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren würden. Übrigens auf graphitti-blog.de gibt es dazu eine nette Grafik.
Aber muss das wirklich sein? Besteht ein Unterhaltung zwischen Freunden oder privat unter Arbeitskollegen, nicht auch oft aus Nebensächlichkeiten, die kaum vom belangen sind? Und diese Form des Veröffentlichens von privaten unnützen Inhalten, nicht ein Beleg dafür, dass die Kommunikation innerhalb der Gesellschaft auf einen medialen Bereich angewachsen ist. Man braucht nicht mehr unbedingt die Kneipe oder die persönliche Treffen um über Sinnlosigkeit zu plaudern. Man hat Dank der modernen Medien, heute überall und sofort, die Möglichkeit die Sinnfreiigkeit mancher Unterhaltungen stattfinden zu lassen, sei es im Büro oder über Smartphone im Zug, und das mit allen Freunden und Bekannten weltweit. Und sind nicht gerade diese sinnfreien Unterhaltungen das Salz in der Suppe des Lebens? Sie machen Spaß, binden Freundschaften und sind so herrlich unkompliziert. Wenn man sich mit Freunden trifft, redet man auch lieber über Belangloses, als zum Beispiel über die Rettungsvorschläge für Griechenland in der Finanzkrise zu diskutieren. Auch der Urmensch hat bestimmt früher am Lagerfeuer gern mal eine Witz oder belanglose Geschichten erzählt, als über den nächsten Jagdausflug mit der Sippe zu sprechen.
Unnütze Diskussionen gehören genau so zur menschlichen Kultur wie die klassische Oper, das HipHop-Konzert oder TV-Talkshow am Vormittag. Alles ist nicht extensibel wichtig, bereichert aber das Leben der Menschen ungemein. Daher finde ich, sinnfreie und belanglose Beiträge und Kommentare haben in Sozialen Netzwerken eine Daseinsberechtigung, denn auch sie sind ein Zeichen menschlicher Kultur und Kommunikation, die sich in die mediale Welt ausbreiteten.

Google+ und der falsche Steffen Seibert


Mein zweiter Artikel und schon wieder geht es um Google+? Ja und? Google+ ist wirklich gut! Klar, es ist noch die Beta-Version und noch funktioniert nicht alles perfekt. Stört mich nicht, denn das was ich bisher sehe hat wirklich Potenzial.
Aber zurück zum Thema. Ja, auch ich bin auf den falschen Steffen Seibert bei Google+ Gestern hereingefallen. Wer es noch nicht weiß, die Titanic hat sich mal wieder ein Scherz erlaubt(dafür sind sie ja auch da), und einen falschen Regierungssprecher ein Profil gegeben.
Zur Zeit ist ja noch nicht viel los bei Google+, kaum Prominente oder Firmen und der Großteil meiner Freunden wissen wahrscheinlich nicht einmal, dass es jetzt Google+ überhaupt gibt. So stürzt ich mich Gestern, auf alles was halbwegs interessant aussah, wie nun auch das Profil von unserem Regierungssprecher.
Und was ich sah, war wirklich gut. Humorvolle Berichte von der Afrika-Reise unsere Kanzlerin, und man fühlte sich irgendwie dazugehörig. So als ob man der Büromitarbeiter ist, der Zuhause bleiben musste, jetzt aber exklusive Reiseberichte per SMS von den Kollegen bekommt, die wieder Spaß mit dem Chef haben.
Hier mal ein kleiner Ausschnitt:
„Kanzl. hat nig. Staatschef Jonathan soeben den Krieg erklärt. Erstaunlich, wie wenig man hier über die Gründe des Afghanistaneinsatzes weiss“
Aber alles nur ein Fake!
Doch kann nicht auch mal so Regierungsarbeit aussehen? Kann man nicht mal den Bürger als einen Freund und Vertrauten sehen, mit dem man lustige Anekdoten teilt und ihn persönlich teilnehmen lässt an außergewöhnlichen Geschichten?
Nein wohl kaum. Das sieht man wenn sich ein anderes Profil, eines echten Politikers anschaut, der sich schon nach Google+ verirrt hat, der Oppositionspolitiker und stolzer Brillenträger Frank-Walter Steinmeier. Seine Beiträge sind langweilig, unpersönlich und reine Partei-Propaganda. Nichts mit Geschichten und lustigen Begebenheiten aus seinen Leben. Dabei sollte doch irgendein Praktikant oder Gehilfe von Ihm in der Lage sein, sowas zu formulieren. Aber nichts der gleichen!
Was bleibt als Fazit? Die Titanic hat gezeigt wie Politik in sozialen Netzen funktionieren kann und wie man es richtig macht. Nämlich nicht das Einheitsgewäsch posten, das man auch in der Zeitung lesen oder in den TV-Nachrichten jede halbe Stunde sehen kann. Nein, man muss den Leser am Leben des Menschen teilhaben lassen, und ihm das Gefühl geben ein Teil seines Bekanntenkreises zu sein. Denn bei Google+, Twitter oder Facebook sind wir halt alle Freunde.